Kfz-Gutachter – Helfer auch bei Unfallflucht


Fahrerflucht, alternativ Unfallflucht genannt, ist kein Kavaliersdelikt, sondern nach § 142 Strafgesetzbuch, kurz StGB als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort eine Straftat.

Jeder Verkehrsunfall ruft automatisch und zwangsläufig mehrere Akteure auf den Plan vom Unfallverursacher über Unfallgeschädigte beziehungsweise Unfallbeteiligte, Versicherungen und Kfz-Werkstätten bis hin zum Kfz-Gutachter. Der wird von einer der beiden Unfallparteien damit beauftragt, ein Schadengutachten zu erstellen.

An diesem Punkt ist es unerheblich, für wen der Unfallgutachter tätig wird. Als Kfz-Sachverständiger ist er zu Objektivität und Neutralität verpflichtet. Insofern hat die Fahrerflucht nichts mit dem Erstellen von einem Schadengutachten zu tun.

Schadengutachten – ein Muss für Schadensersatzanspruch

Im Schadensfall kann von der ersten Minute an vieles richtig, aber so manches auch falsch gemacht werden. Was gegenüber der Polizei einmal gesagt und protokolliert ist, das lässt sich nicht so ohne Weiteres wieder aus der Welt schaffen.

Die oberste Pflicht der Unfallbeteiligten ist die Information ihres jeweils eigenen Kfz-Versicherers. Nach dem Kfz-Versicherungsvertrag sind sie, wie es heißt, zu einer aktiven Mitarbeit und Aufklärung des Unfallgeschehens verpflichtet. Der Unfallverursacher informiert seinen eigenen Versicherer, der Unfallbeteiligte als Geschädigter hingegen die eigene sowie die Kfz-Versicherung seines Unfallgegners. Die Versicherung übernimmt den Schaden. Auf Wunsch beauftragt sie auch den eigenen Kfz-Gutachter. Jedoch raten wir einen unabhängigen Kfz-Gutachter hinzuzuziehen, der auch von der generischen Kfz-Versicherung bezahlt wird. Um den Unfallschaden neutral und unparteiisch zu begutachten.

Schaden am eigenen Fahrzeug – Unfallgutachter ermittelt Fahrzeugwert

Eigene, anders gesagt selbst verursachte oder verschuldete Kfz-Schäden muss der Kfz-Halter auch selbst bezahlen. Dagegen ist er wahlweise teil- oder vollkaskoversichert.

Die Vollkasko beinhaltet alle Leistungen der Teilkasko, und darüber hinaus auch Schäden aus selbstverschuldetem Unfall sowie Vandalismus – und Schäden bedingt durch Fahrerflucht, sprich beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort, wenn und solange der Unfallverursacher nicht gefunden wird. Ist das der Fall, dann handelt es sich nachträglich um einen Kfz-Haftpflichtschaden, den die Versicherer untereinander regulieren. Allein schon wegen dieser Unwägbarkeit sollte beim Kfz-Schaden mit Unfallflucht immer ein Kfz-Sachverständiger hinzugezogen werden.

Üblicherweise wird eine Vollkaskoversicherung für die ersten drei bis vier Jahre nach der Erstzulassung abgeschlossen, um den hohen Fahrzeugwert zu versichern. Danach genügt vielen Fahrzeughaltern der Teilkasko-Schutz zur Absicherung solcher Risiken wie Brand und Explosion, wie Sturm, Hagel und weitere Elementarschäden bis hin zu Glasbruch und Marderschäden.

Fazit – Unfallflucht ist ein No-Go

Als Resümee bleibt zur Unfallflucht und dem damit verbundenem Kfz-Schaden des geschädigten Fahrzeughalters festzuhalten, dass in derartigen Fällen auf einen Unfallgutachter einfach nicht verzichtet werden kann.

Auf jeden Fall, sollte der geschädigte einen eigenen Kfz-Gutachter beauftragen. Nur ein unparteiische Kfz-Sachverständige kann den Fahrzeugwert und den Schaden am Fahrzeug verlässlich ermitteln und bestätigen.

Bei der Wertermittlung wird in den Zeit-, den Neu- sowie in den Wiederbeschaffungswert unterschieden.

• Mit der Teilkasko ist der aktuelle Zeitwert des Unfallfahrzeuges versichert
• Die Vollkasko versichert den Zeitwert zuzüglich einer im Einzelfall begrenzten Neuwertentschädigung
• Der Wiederbeschaffungswert berücksichtigt zusätzliche Faktoren wie Finanzierungskosten, Händler- und Gewinnmarge bis hin zur Umsatz-/Mehrwertsteuer

Unfallflucht ist für alle Beteiligten und Betroffenen keine Lösung!

Kfz-Sachverständiger, Polizei sowie die zeitnahe Information des Kfz-Versicherers sind in dieser Situation unerlässlich.

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